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Das Kastell auf dem Kirchenberg
Das Kastell weist die Form eines unregelmäßigen Parallelogrammes mit abgerundeten Ecken auf. Die Maße betragen 61,85-64,50 x 52,50-54,75 Meter, wobei sich hier die Maßangaben nach Groller lediglich auf die gerade verlaufenden Teile der Umfassungsmauer beziehen. Die breite der Umfassungsmauer betrug etwa 1,15 Meter. Ein einfacher, 4-5 Meter breiter Spitzgraben mit einer Tiefe von 1,20-1,40 Metern umgab das Kastell zur zusätzlichen Sicherung.
Die Anlage wurde vermutlich im 2. Jahrhundert n. Chr. errichtet. Eine Münze des Valens, in der untersten Verfüllung des Lagergrabens gefunden, läßt vermuten, daß zu dieser Zeit das Kastell noch bestanden hat.
Vom Kastell selbst ist heute nichts mehr zu sehen. Lediglich antike Quaderblöcke, sowohl in der Kirchen- wie auch in der Friedhofsmauer, sind auch heute noch sichtbar. Um 1900 waren in letzterer noch vier Spolien mit Inschriften aufzufinden, heute sind nur noch zwei vorhanden. Eine befindet sich an der Südseite der Friedhofsmauer und die andere an der Nordseite, westlich des Friedhofseinganges.

Ansicht der Wehrkirche mit der Friedhofsmauer, die auf den Grundmauern des ehemaligen Römerkastells errichtet wurde. Der alte Kirchturm wurde 1945 zerstört.

Eine der beiden noch in der Friedhofsmauer verbliebenen Spolien. Es handelt sich dabei um jene Weihung eines beneficiarius consularis, die hier in der südlichen Friedhofsmauer vermauert wurde. Jene noch in der Nordseite, westlich des Friedhofstores befindliche Spolie, konnte ich leider in der kurzen Zeit, die mir zum fotografieren zur Verfügung stand, nicht ausfindig machen.
Quelle: Manfred Kandler / Hermann Vetters Der römische Limes in Österreich Verlag Österreichische Akademie der Wissenschaften Wien 1986 Skizze: Die Skizze wurde nach einer Vorlage aus dem Jahre 1902 von Groller gefertigt
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